Foto: Jakob-Brucker-Gymnasium, Juni 2026
Pforzen im Juni 2026
Liebe Schülerinnen und Schüler am Jakob-Brucker-Gymnasium in Kaufbeuren,
herzlich willkommen auf meiner Homepage. Ich komme im Juni bzw. Juli zu euch zum Unterricht in die 10. Klassen, um über den Fund des Danuvius guggenmosi zu erzählen. Auf meiner Homepage kann ich eure Fragen zu Danuvius guggenmosi auch nach dem Unterricht noch beantworten. Daher gibt es diese Seite.
Ich werde Fragen aus dem Unterricht sammeln oder ihr könnt mir Fragen über diese E-Mail-Adresse zukommen lassen:
info@danuvius-hammerschmiede.de.
Sicherlich werde ich nicht jede Frage beantworten, da Fragen auch mehrfach gestellt werden, ähnlich formuliert werden, zu einem Themenblock gehören oder das Thema auf meiner Homepage schon meist unter der Box Danuvius beschrieben ist.
Das Thema um die Funde in der Tongrube der Hammerschmiede ist so aktuell, dass es noch nicht in den Lehrbüchern zu finden ist. Daher habe ich auch ein Informationsblatt für euch zusammengestellt.
Danuvius guggenmosi - Unterricht, 10. Klasse Gymnasium, Biologie
Informationsmaterial könnt ihr für private Zwecke nutzen, ihr dürft es euch also gerne ausdrucken. Gewerbliche Nutzung ist nur mit meinem Einverständnis erlaubt.
(Siehe "Intention")
Ich freue mich auf euch!
Dr. Christine Laugwitz
Fragen aus unserem Unterricht:
Darf die Fa. Geiger da abbauen, zerstört die nicht die Fossilien?
Ohne die Fa. Geiger wäre man nicht an die fossilführenden Schichten gekommen. Auf den Schichten, in denen die Paläontologen nach Fossilien suchen, liegen viele, viele Sedimente. Die "Wand" am Ende der Grube ist über 25 m hoch, das ist das Minimum, was abgetragen werden muss, bevor man Fossilien ausgraben kann. Inzwischen kennt man sehr gut die Ebenen, in denen Fossilien zu erwarten sind. So wurden diese vom Landratsamt unter Schutz gestellt. Die Forscher aus Tübingen dürfen dankbar sein, dass hier die Fa. Geiger mit Rücksicht auf die fossilen Funde den Ton abträgt. Bevor man Kenntnis von den Fossilien hatte, sind sicherlich einige Fossilien zerstört worden, aber unwissentlich. Man darf auch nich vergessen, dass wir diesen Ton als Baustoff benötigen. Er dient für die Ziegel-Produnktion oder Abdichtung von Deponien.
Unterschied Paläontologie und Archäologie:
Leider wird im Zusammenhang mit Danuvius guggenmosi immer wieder das Wort "Archäologie" in der Allgäuer Zeitung und bei Ankündigungen des Fördervereins UDO - Danuvius guggenmosi e.V. verwendet, das ist einfach falsch.
Die Archäologie interessiert sich für die Geschichte der Menschheit mit ihrer Kultur, die sich bis zu vor wenigen Millionen Jahren zurückverfolgen lässt, vielleicht 3 Millionen Jahre. Sie beginnt mit den ersten Steinwerkzeugen. Es handelt sich um eine historische Geisteswissenschaft.
Die Paläontologen dagegen sind Naturwissenschaftler, die sich mit dem Leben vor der Menschheit beschäftigen. Sicherlich stellt sich hier die Frage, der wir hier nachgehen, wie hat sich der aufrechte Gang entwickelt, der ein "Markenzeichen" des Menschen ist. Grenzen zu ziehen ist manchmal schwierig. Paläontologen interessieren sich aber für die gesamte Flora und Fauna einer Fundstelle. Dabei spielt auch die Geologie eine große Rolle.
Zudem gibt es noch Anthropologen, die den Menschen und seine Evolution erforschen, auch sie sind Naturwissenschaftler.
Es gibt viele Überschneidungen.
Nicht verwechseln sollte man den Begriff "Pathologie" mit der "Paläontologie". Die Begriffe mögen ähnlich klingen. Die Pathologie ist eine Teildisziplin der Medizin und beschäftigt sich mit der Entstehung und dem Verlauf von Krankheiten, in der Humanmedizin mit Krankheiten des Menschen.
Wie kann man bei den Funden unterscheiden, ob ein Tier auf zwei oder vier Beinen läuft, wie z.B. bei einer Kuh?
(Wir sprachen gerade über Oberschenkelköpfe)
Zunächst, es gab keine Kühe in der Hammerschmiede. Hier hat die Allgäuer Zeitung so etwas einmal geschrieben, was nicht stimmt. Kühe waren ursprünglich Auerochsen, die domestiziert wurden, vielleicht vor 8.000 Jahren. Es gibt aber andere Vierbeiner in der Hammerschmiede, z.B. Antilopen.
Wenn man einen Oberschenkelkopf auf seine Knochendichte untersucht, kann man eine Aussage machen, wie dieser Oberschenkelkopf belastet wurde. Die Knochenbälkchen richten sich entsprechend ihrer Belastung aus. Hier gibt es deutliche Unterschiede bei Tieren, die auf zwei bzw. vier Beinen laufen. Leider ist zu diesem Punkt bei Danuvius noch nichts veröffentlicht. Das könnte geegbenenfalls einen Hinweis auf zweibeinige Fortbewegung geben.
Fotos: © Tierpark Hellabrunn, Foto Dr. Christine Laugwitz, 21.07.2026
Hier zeige ich euch Schimpansen aus dem Zoo Hellabrunn. Auf dem linken Foto könnt ihr den Greiffuß sehen, so wie ihn der Schimpanse auf einen Ast aufsetzt und dabei seinen Fuß an den Baumast anpassen kann. Auf dem rechten Foto achtet auf die Fingerstellung, wie der Schimpanse beim Gang auf allen Vieren die Hände aufsetzt. Das ist der sogenannte Knöchelgang.

Buch von Madelaine Böhme
Dieses Buch steht in eurer Schulbücherei und beschreibt den Fund des Danuvius guggenmosi und anderer fossiler Funde, die in die Evolution der Primaten verankert werden.
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