In der Allgäuer Zeitung erscheint am 03. September 2026 ein Artikel zum Udo-Pavillon, der bauliche Probleme aufweist.
Der Artikel liegt mir als e-paper-Abonnent vor.
Udo-Pavillon muss nachgebessert werden.
An dem Bau in Pforzen klemmt es: Die Türen schließen nicht mehr richtig. Bürgermeister Herbert Hofer erklärt, warum derzeit Stützen am Eingang stehen. Verwirrung gibt es bei den Öffnungszeiten.
Hier am Pavillon ist das passiert, was man von einer Holzkonstruktion erwartet: sie arbeitet. Ein D mit Holz zu gestalten ist eine sehr besondere Herausforderung. Leider ist der Ideengeber und Architekt dieses Pavillons Abtplan in Kaufbeuren nicht mit dem Baustoff Holz ausreichend vertraut.
Es ist bedauerlich, dass hier kein ordentliches Geländer am Podest verhindert, dass man hier runterfallen kann, wenn man beim Lesen der Informationsschaukästen einen Schritt zurückgeht oder wenn man sich die Texte abfotografieren möchte. Bei mehreren Personen wird es auch eng auf dem kleinen Podest. Schade, dass nur Bauvorschriften zählen. Eine breitere Treppe aus einem gefälligeren Material wäre ein Blickfang.
Für die Öffnungszeiten würde ich mir wünschen, dass sie ordentlich sichtbar am Pavillon angebracht werden, so dass hier eine zuverlässige Vorlage für alle existiert, die die Öffnungszeiten veröffentlichen wollen. Auf der Homepage des Fördervereins, der über die Schlüsselgewalt verfügt, kann ich keine Öffnungszeiten entdecken, auf der Gemeindehomepage ebenfalls nicht. Sie erscheinen in der Allgäuer Zeitung aktuell auf der Service-Seite. Ob sie dort bei der Zeitumstellung geändert werden, ist offen. Ansonsten sind die Angaben bei Google Maps von mir korrigiert, aber es dauert, bis sich hier die Korrekturen einstellen. Allerdings ist fraglich, ob sie nicht wieder von jemand Unbekannten verändert werden.
In der Zeitschrift Biologie 5-10 wird ein Vorschlag beschrieben, wie man den Menschenaffenfund Danuvius guggenmosi Schülern der 9. Klasse näher bringen kann. Dazu wird auf virtuelle Rundgänge der Gemeindehomepage Pforzens, die vom Förderverein UDO - Danuvius guggenmosi e.V. gepflegt wird, zurückgegriffen.
Den Artikel habe ich mir per Fernleihe besorgt, mir liegt nicht die komplette Zeitschrift vor.
Quelle:
"Udo" - vom Tongrubenschlamm in die Museumsvitrine
Über virtuelle 360°-Touren Einblick in die wissenschaftliche Forschung zur menschlichen Evolution bekommen
Karl-Martin Ricker, Friedrich Verlag GmbH, Biologie 5-10, 55, 2026
Hier geht es darum, Schülern der 9. Klasse (die Schulart ist leider nicht näher beschrieben) den Menschenaffenfund Danuvius guggenmosi vorzustellen, indem sie dieses Thema selber erarbeiten. Dazu wird auf die Homepage des Fördervereins UDO - Danuvius guggenmosi e.V. verwiesen, die von der Gemeinde Pforzen eingerichtet wurde, und auf der sich drei Rundgänge zu dem Thema befinden. Die Homepage wurde dem Förderverein zur Pflege überlassen.
Herr Ricker greift bei seinem Vorschlag eine sehr interessante Idee auf, die ich sehr unterstütze. Leider gibt es zu beanstanden, dass der aufrechte Gang des Danuvius guggenmosi nicht als gesichert anzusehen ist. Die Fundsituation reicht für einen Beweis nicht aus, lässt aber die Möglichkeit des aufrechten Ganges zu, und somit wurde eine Hypothese von Prof. Dr. Böhme aufgestellt. Man sollte daher den Schülern unbedingt vermitteln, dass die Hypothese des aufrechten Ganges lediglich eine Möglichkeit darstellt, die aber unwahrscheinlich erscheint. Ein Vergleich mit Lucy, einem Australopithecinen, ist nicht angebracht, da für diese Art Australopithecus afarensis durch die Fußspuren von Laetoli der Beweis des aufrechten Ganges erbracht werden konnte. Zudem ist die Stückzahl der Funde und die Zahl der Individuen deutlich höher. Ich gehe davon aus, dass sich Danuvius guggenmosi vorwiegend in Bäumen fortbewegte, sicherlich kletternd und schwinghangelnd. Wird einleitend im vorliegenden Artikel geschrieben "die aufrechte Fortbewegung begann Millionen Jahre früher" und anschließend wird von einem "sich aufrecht fortbewegenden Primaten" gesprochen, relativiert sich dies, wenn es heißt: "Während Lucy aufrecht am Boden ging, kletterte Udo jedoch aufrecht in Bäumen". Hier sollte nicht vermittelt werden, dass der aufrechte Gang die einzige Fortbewegungsart von Danvuius war. Sicherlich ist er vergleichbar mit modernen Menschenaffen, die durchaus auch Schritte im aufrechten Gang auf dem Boden wagen, was man gut in einem Zoo beobachten kann. Dann, wenn die Affen in ihren Armen Futter halten.
Die Homepage, mit der hier gearbeitet wird, ist leider nicht gut gepflegt. Auch wenn in diesem Zusammenhang bei den Rundgängen der Begriff "Udo Museum" ins Auge sticht, war diese Ausstellung nur einmalig über einen begrenzten Zeitraum. In Pforzen gibt es kein Museum. Und mir ist kein Museum bekannt, das den Menschenaffenfund bisher dauerhaft thematisiert. Es gibt gerade eine Sonderausstellung "Molassic Park" in München, im Museum Mensch und Natur.
Korrigierend sei hier angemerkt, dass der erste Fund bereits 2015 war, 2016 war der entscheidende "Udo-Fund", also der namengebende Fund, in den folgenden Jahren gab es weitere Funde. Diese wurden am 06. November 2019 veröffentlicht, und das genau um 19 Uhr MEZ mit Sperrfrist! Nicht vorher, so dass die Jahreszahl 2017 bei der Tagesschau nicht richtig sein kann.
Die Liste der Vor- und Urmenschen passt für mich nicht, hier müsste man zuerst definieren, was man unter Vor- und Urmenschen versteht. Proconsul passt hier überhaupt nicht hin, war aber Teil - gewissermaßen der Einsteiger - der hier verwendeten Evolutionsausstellung. Die Reihenfolge ist hier auch nicht nachvollziehbar.
Bei dem "Rundgang Ausgrabung" auf der Homepage des Fördervereins funktioniert die anklickbare Wand "Artikel - Fossil aus Pforzen" nicht. Es kann nicht sein, dass man hier für die lokale Zeitung bezahlen muss. Ansonsten ist bei diesem Rundgang ein gravierender Fehler bei der Antwort zu den Bestimmungsmethoden des Alters unterlaufen. In der Antwort datiert Frau Prof. Dr. Böhme die Ebene Ham 4 auf 1,4 Mio. Jahre. Dieser Fehler wird leider nicht korrigiert, obwohl ich ihn mitgeteilt habe. Aber inzwischen gibt es in jüngeren Veröffentlichungen zur Hammerschmiede schon andere Altersangaben als 11,4 Mio. Jahre. Hier wäre ein Nachbessern der Verantwortlichen dieser Homepage nötig bzw. zuerst eine Erklärung von Frau Prof. Dr. Böhme, wie und warum sich die Altersangaben inzwischen verändern. Hierbei wäre eine Zahl zu benennen, die nicht variiert.
Schülern den Menschenaffenfund auf diese Art nahe zu bringen, ist für mich eine gelungene Idee. Mir fehlt der Hinweis, dass die Forschungen nicht abgeschlossen sind und lediglich auf den Behauptungen von Frau Prof. Dr. Böhme und ihrem Team beruhen. Man sollte auch hinterfragen, wie der aufrechte Gang definiert wird, was für den aufrechten Gang spricht oder was für eine andere Fortbewegungsart des Danuvius sprechen könnte. Wir als Menschen sind auf der Suche nach unseren Vorfahren. Das mag aber zu einem Wunschdenken führen, also zu einer Hypothese, den Ursprung des aufrechten Gangs gefunden zu haben.
Grabungen im Sommer 2026
Im Mittelpunkt der Grabungsarbeiten in der Hammerschmiede steht der Fund einer Münchner Waldantilope. Das ist ein besonderer Fund, da erstaunlich viele Skelettteile gefunden werden.
Jetzt von einem vollständigen Skelett zu sprechen, halte ich für zumindest verfrüht oder es erscheint eher fraglich, dass man dies erreichen könnte. Aber es scheint sich um zahlreiche Knochen zu handeln, die man gut wissenschaftlich aufarbeiten kann. Bevor nicht die Grabungsarbeiten zu der Waldantilope und die anschließenden Untersuchungen beendet und ordentlich in einer Fachzeitschrift veröffentlicht sind, sollte man solche Formulierungen meiden.
Allgäuer Zeitung vom 10. August 2026, Ausgabe 182, Seite 16
Wann spricht es sich bitte rum, dass der Menschenaffenfund Danuvius guggenmosi heißt. Eigentlich wird er kursiv geschrieben, was aber die Zeitung nicht kann. Was aber nicht nachvollziehbar ist. Aber man kann erwarten, dass zwischen Groß- und Kleinbuchstaben unterschieden wird. Bitte nie wieder schreiben: "Danuvius Guggenmosi". Der Artname beginnt in der Zoologie mit einem Kleinbuchstaben.
Ich habe mich gefreut, dass am Anfang gleich dabei steht, dass die Tongrube Hammerschmiede in Pforzen ist. Das wird allerdings im selben Artikel wieder in "Hammerschmiede bei Pforzen" geändert. Die Hammerschmiede ist ein Ortsteil von Pforzen und hier ist die Tongrube mit den besonderen Funden.
Während in der Allgäuer Zeitung von insgesamt 50.000 Einzelobjekten gesprochen wird, wird in den Fernsehnachrichten von 40.000 Fossilfunden gesprochen. - Schade, das ist nicht fundiert.
Aber viel wichtiger wäre: Wo bleiben die Veröffentlichungen zu den so sensationellen und weniger sensationellen Funden? Z.B. habe ich über Amphibien noch nichts gelesen. Oder was ist mit den Schildkröten, von denen es 9 oder 10 Arten geben soll (Angaben variieren)? Zur Flora erfahren wir auch nichts in ordentlichen Publikationen. Leider wird man mündlich immer wieder mit Versprechungen von Jahr zu Jahr vertröstet: nächstes Jahr kommt dann die und die Publikation zu dem und dem Thema. Und man wartet wieder weiter. Und es kommt nichts. Das ist nicht wissenschaftlich überzeugend.
06.08.2026
TV Allgäu - Kurzinterview mit Prof. Dr. M. Böhme.
Ich zitiere Prof. Dr. M. Böhme: "Wir hatten schon einige Male Skelettfunde allerdings bisher noch nie von einer Antilope .... aber zum ersten mal jetzt von der Antilope."
Hierbei handelt es sich um die Münchner Waldantilope oder Miotragocerus monacensis STROMER 1928.
Allerdings gibt es bereits von Prof. Dr. M. Böhme und ihrem Team Veröffentlichungen zu Funden dieser Antilopenart in der Hammerschmiede.
Die Zitate zu den Veröffentlichungen findet man auf meiner Seite Literatur.
1. Senckenberg Monographs (November 2025)
Volume 2 - 2025
Thomas S. Lechner und Madelaine Böhme
The early Late Miocene hominid locality Hammerschmiede (Bavaria, Southern Germany) - excavation, stratigraphy, and taphonimic insights
Hier findet man sogar (wie in der Dissertation) ein Streufeld unter 5.8.5 Case study V: HAM4- Miotragocerus monacensis
2. In der Dissertation:
Excavation, Taphonomy and Biostratonomy and Beavers - Ausgrabung, Taphonomie und Biostratonomie; Biber (2023)
Thomas Sebastian Lechner: Excavation, Taphonomy and Biostratonomy of the Late Miocene Hominid Locality Hammerschmiede and the Ecology of its Beavers
3. Josephina Hartung, Thomas Lechner, and Madelaine Böhme (2020): New cranial material of Miotragocerus monacensis (Mammalia: Bovidae) from the late Miocene hominid locality Hammerschmiede (Germany).
N. Jb. Geol. Paläont. Abh. 298/3 (2020), 269-284.
4. Jochen Fuss, Jérome Prieto und Madelaine Böhme (Juni 2015): Revision of the boselaphin bovid Miotragocerus monacensis STROMER, 1928 (Mammalia, Bovidae) at the Middle to Late Miocene transition in Central Europe
N. Jb. Geol. Paläont. Abh. 276/3 (2015), 229-265.
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